Ihre Position: Zusi Der Zugsimulator : KBS 461 Limburg - Au(Sieg)

Geschichte

Die Strecke führt über 65,1 km durch die Bundesländer Hessen und Rheinland-Pfalz von Limburg (Lahn) über Westerburg und Altenkirchen nach Au (Sieg).

Eröffnung: Limburg-Staffel-Hadamar­ 01.01.1870, Altenkirchen-Hachenburg 01.04.1885, Hachenburg-Hadamar 01.10.1886, Limburg-Freiendiez-Staffel 10.12.1888.

Die Planungsaktivitäten, über den Westerwald eine Schienenverbindung zwischen Köln und Frankfurt zu bauen, begannen bereits im Jahre 1845. Nachdem Varian­ten mit unterschied­lichsten Trassierungen vorgestellt und wieder verworfen wurden, erhielt im Jahre 1873 die Hessische Landesbahn (HLB) die erste Konzession zum Bau und Betrieb einer Bahnlinie von Limburg über Hachenburg nach Troisdorf mit einer Abzweigung von Hachenburg nach Wissen. Die bereits bestehende Teilstrecke Limburg-Hadamar sollte von der KED Wiesbaden übernommen werden. Die Strecke von Hadamar aus wurde vermessen und erste Arbeiten gestartet. Davon zeugen noch heute Vermes­sungs­steine z. B. im Hachenburger Stadtwald und ein Damm bei Hergenroth. Doch hauptsächlich finanzielle Probleme der HLB beendeten den Bahnbau. Im Mai 1879 bekam dann die KED Wiesbaden den Auftrag, das Projekt zu über­neh­men und die geplante Strecke durch den Westerwald zu bauen.

Der steigende Verkehr forderte im Jahre 1888 den Umbau des Bahnhofs Lim­burg und die Verlegung der direkten Verbindung Limburg-Staffel über Freien­diez (heute Diez Ost) und damit die letzte Baumaßnahme zu Erstellung der heutigen Trassenführung. Die Bundeswehr war der Anlass, dass im Jahre 1987 nochmals ein neuer Gleisanschluss gebaut wurde. Er führt vom Bahnhof Langenhahn auf der ehemaligen Trasse des im Zweiten Weltkrieg genutzten Anschlussgleises zum Flugplatz Ailertchen in den Standortübungsplatz Westerburg. Hier werden Bundeswehrfahrzeuge zu Manövereinsätzen verladen.

Wie bei allen Strecken im Westerwald blühte nach Streckeneröffnung der Güterverkehr auf. Hauptsächlich wurde über die Oberwesterwaldstrecke als Massengut Basalt abgefahren, aber auch z. B. Braunkohle, Kalk, Kalksteine, Kies, Ton, Holz und landwirtschaftliche Produkte waren häufige Transport­güter. Mit dem Einsatz von Lastkraftwagen wechselte nach dem Zweiten Welt­krieg immer mehr der Abtransport der Güter auf die Straße. Dadurch wurden viele Gleisanschlüsse an der Strecke nicht mehr benötigt und bis heute auf zwei aktive Anschlüsse zwischen Erbach und Rotenhain reduziert. Diese Anschlüsse verla­den heute noch Schotter. Die Bedienung erfolgt vom Bahnhof Nistertal/­Bad Marienberg (früher Erbach) aus, der heute noch wie früher "Basaltbahnhof des Westerwaldes" genannt wird.

Der Personenverkehr erreicht heute nicht mehr die früheren Fahrgastzahlen. Der Individual­ver­kehr ist im Westerwald, allein schon wegen der Fahrzeiten, attraktiver. Obwohl in den fünfziger Jahren versucht wurde, mit der Eröffnung von vielen Haltepunkten, die mittler­weile alle wieder geschlossen wurden, und dem Einsatz von Schienenbussen, eine Steige­rung des Personenverkehrs zu erreichen. Auch die heute eingesetzten neuen Dieseltrieb­wagen und der Taktfahrplan haben noch nicht die gewünschten Fahrgastzahlen erreicht.

Verwaltung

Bis 1. April 1920 Preußische Staatseisenbahn-Verwaltung, bis 11. Oktober 1951 Deutsche Reichsbahn, bis 31. Dezember 1993 Deutsche Bundesbahn, bis November 2004 Deutsche Bahn AG. Seit Dezember 2004 vectus Verkehrsgesellschaft mbH.

Fahrzeuge

Zur Dampflokzeit waren anfangs Tenderlokomotiven T3 und T9 eingesetzt. Es folgten Tenderlokomotiven T16 (ab 1912) und T14 (ab 1924). Aus den Bestandslisten des Bw Altenkirchen ist zu ersehen, dass während des 2. Weltkrieges auch Dampflokomotiven der Baureihen BR 38, BR 42, BR 55, BR 56 und BR 57 eingesetzt waren. Im Dezember 1951 kamen Neubaudampflokomo­tiven der Baureihe 82 hinzu. Die Lokomotiven BR 50 bzw. 050 - 053 waren die letzten planmäßig eingesetzten Dampflokomotiven. Am 31. Mai 1975 verließ BR 052 404-1 mit dem letzten planmäßigen Dampflokbespannten Güterzug den Bahnhof Westerburg in Richtung Erbach.

Ab 1952 verdrängten die Schienenbusse (VT 795, 798) die Dampflokomotiven aus dem Personenverkehr und ab Sommer 1953 befuhren zwei Eilzugpaare auf ihrem Weg zwischen Frankfurt und Köln die Oberwesterwaldbahn. Lokomo­tiven der Baureihe V80, V100, zuletzt BR 216 bespannten diese Eilzüge. Wei­te­re Fahrzeuge im Personenverkehr waren Akkumulatortriebwagen der Bau­reihen 515 und 517. In den fünfziger Jahren kamen auch Akkumulator­triebwagen des Typ ETA 178 von Limburg bis Westerburg.

Ab Sommer 1975 bis heute sind Diesellokomotiven (BR 211, 212, 215, 216, 290) im Güterverkehr zum Einsatz. Seit Sommer 1993 verkehrt kein lokbe­spannter Personenzug im Westerwald. Die seit 1989 eingesetzten Dieseltrieb­wagen der Baureihe 628.2 und 628.4 verdrängten die Baureihe BR 798 und 796 und wickelten bis November 2004 den gesamten Personenverkehr ab. Abwechslung an Triebfahrzeuge und Wagengarnituren bringen nur noch die Sonder­fahr­ten von Eisenbahnfreunden in den letzten Jahren, wobei viele dieser Fahrzeuge niemals Planverkehr im Westerwald gefahren sind.

Seit Dezember 2004 werden Diesel-Triebwagen LINT 27 eingesetzt, die für Geschwindigkeiten von bis zu 120 km/h ausgelegt sind.

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KBS 461 Limburg - Au(Sieg) (zuletzt geändert am 01.04.11 13:51)